Sehr geehrte Damen und Herren,
Es ist inzwischen sehr lange her, dass Ihre Auszubildenden mit 14 oder 15 Jahren die Schule beendet hatten und bei Ihnen ihre Ausbildung begannen. Heute hingegen sieht dies definitiv anders aus.
Viele Berufseinsteiger sind bereits 18 Jahre alt oder noch deutlich älter, weil durch veränderte Schullaufbahnen ein längeres Verweilen in den Schulen notwendig wurde.
Deutschland sollte aufgrund eines Betrachtungsfehlers der OECD eine höhere Abiturientenquote erreichen und plötzlich musste quasi jede Schülerin und jeder Schüler aufs Gymnasium, um Abitur zu machen.
Das funktionierte natürlich nicht, denn Deutschland hatte bereits eine hohe Abiturientenquote, nur nicht alle, die studieren konnten, wurden damals gezählt, denn in der damaligen OECD-Studie wurden handwerkliche Meistertitel nicht korrekt einbezogen.
Aber zurück ins Heute. Haben heute junge Menschen bessere Grundvoraussetzungen, eine bessere Schulbildung erhalten oder mehr soziale Kompetenz?
In vielen Fällen hat man eher den Eindruck, die deutlich längere „Beschulung“ dieser jungen Menschen führt zum Gegenteil.
Die sprachlichen Fähigkeiten oder die Rechtschreibung sind eher übersichtlich, das mathematische Können, nun ja, oftmals „gut“ versteckt.
Autodidaktisches Lernen ist sehr selten vorhanden, Selbstdisziplin ist so manches Mal unterrepräsentiert und mit Frustration hat so der ein oder die andere nie gelernt umzugehen.
Das war auch nie wirklich nötig, denn man war bis zum Ende der Schulzeit hervorragend ganztägig betreut.
Einen „Schuldigen“ für diese Situation zu suchen, hilft nicht weiter, denn der Einfluss eines Unternehmens auf das aktuelle Bildungssystem ist eher gering.
Eine Alternative ist, die innerbetrieblichen Ausbildungspläne so zu ergänzen und zu erweitern, dass damit diese Defizite ausgeglichen werden können.
Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Berufsanfänger zusätzlich zu bilden und verlassen Sie sich nicht nur auf den normalen Berufsschulunterricht.
Dieser ist wichtig und richtig, dennoch können dort nicht alle Wissensmängel ausgeglichen werden, da dies durch den Klassenverband mit den üblichen Störenfrieden und Ignoranten im Unterricht verhindert wird.
Wer in Schulzeiten bildungsfern bleiben wollte, wird dies auch an der Berufsschule tun. Warum sollte auch etwas am eigenen Verhalten geändert werden, war es doch bisher nicht nachteilig?
Werden Ihre Auszubildenden hingegen einzeln oder in kleinen Gruppen direkt in Ihrem Unternehmen bildungstechnisch gefördert, sprachlich und mathematisch intensiv ausgebildet und durch wiederholtes Verhaltenstraining
in deren sozialen Kompetenz gestärkt, wirkt sich dies sehr nachhaltig und positiv auf Arbeitsleistung und
-qualität aus. Sie werden feststellen, dass diese Berufseinsteiger gerne bereit sind, ihr eigenes Potential dauerhaft zu heben, wenn sie es erst einmal entdeckt haben.
Es kostet Zeit, Geld und Nerven, diese Förderung vorzunehmen, aber der Lohn sind engagierte und fähige Mitarbeiter, die Ihrem Unternehmen in Zukunft in guter Weise zur Verfügung stehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Goecom Team aus Kronau
|